Radfahren an der Isar verboten

Sehr schön ist ja so eine Radltour entlang der Isar an einem sonnigen Sonntag (oder so wie heute Montag (Feiertag!)).
Das denken sich jedoch auch unglaublich viel andere: nämlich die komplette Bandbreite der Münchner, die Radfahren kann. Damit treffen auf den Radwegen entlang der Isar regelmäßig die folgenden Charaktere aufeinander und versperren sich gegenseitig den Weg:
Der Solo-Mountainbiker
Schnell, aggressiv und nervend: Er hat eine Klingel und wenn du diese missachtest/überhörst, wirst du seinen Ärger mit einer furchterregenden Notbremsung kurz hinter dir zu spüren bekommen. Motto: “Es kann nur einen geben: MICH!”
Das Sonntagsfahrer-Paar (oder heute eben Montagsfahrer-Paar)
Dieses erkennt man meistens an einer äußerst gemütlichen Geschwindigkeit: man hat’s ja nicht eilig, denn die Tour Haustür-Biergarten-Haustür ist bekannt und überschaubar. Der männliche Part fährt gerne 10-20 Meter voraus. Nicht zu übersehen: der hoch-rote Kopf (ab dem späten Nachmittag (bzw. Post-Biergarten) ).
Vorsicht! Hier wird gerne einfach mal mitten auf dem Weg gewendet! Dies gottseidank in einer gemächlichen Ruhe und Gelassenheit.
Die Sport-Spezis
2er- oder 3er-Gruppe, gleichgeschlechtlich. Fast immer mit Mountainbike und immer mit Fahrradtrikot (vorzugsweise T-Mobile). Die Freunde sind den ganzen Tag unterwegs, natürlich mit Biergarten-Stopp. Fahren (penetrant) nebeneinander um sich unterhalten zu können. Dies führt unweigerlich zu Fast-Frontal-Aufprällen mit entgegenkommenden Radlern. Besonders bemerkenswert (und beliebt bei entgegenkommenden Fahrern) ist das hemmungslose Nebeneinanderfahren wenn’s bergauf geht. Das ist jedoch auch eine Spezialität der nächsten Gruppe:
Das Sport-Pärchen
Ähnlich den Sport-Spezis immer mit Trikot und Radlerhose (primär im Partnerlook, versteht sich!). Oft ist nicht ganz klar, wer die treibende Kraft ist, meist jedoch der männliche Part (”Versuch’ mal den steilen Waldweg langsam herunterzufahren; nicht absteigen!”).
Das Ganze wird schließlich noch komplementiert durch die Spaziergänger bzw. Wanderer, die den Radlweg blockieren. Oder ist das jetzt ein Wanderweg? Könnte das evtl. mal jemand ordentlich ausschildern? Wer regelt hier eigentlich den Verkehr? Und hoffentlich wird das Wetter bald wieder schlechter! Oder ich werde einfach nur noch Samstags radeln gehen! Und das dann gleich um 6 Uhr früh! Da schlafen nämlich noch die anderen. Oder ich bleib’ einfach daheim und schau’ in Ruhe und ohne Stress meinen Gartenzwerg beim gartenzwergerln zu.

Tags: fahrrad, Lebenswert, münchen

Am 13. April 2009 um 17:35 Uhr
ich stimme zu. und zwar voll und ganz. freue mich regelmäßig über meine guten bremsen, die so manches mal schon zum einsatz gekommen sind.
Am 14. April 2009 um 14:24 Uhr
Top Geschichte! Aber ihr müsstet mal Auto fahren – da können einem Radfahrer nämlich noch mal richtig mehr auf den Sack gehen. Insbesondere die folgende Gattung:
Die Unverbesserlichen:
Geschlechterunspezifische Gruppe Radfahrer, ohne primäre Altersausprägung, aber über 25 Jahre alt. Radfahren können sie. So zumindest der “Radfahrerausweis” aus der 2. Klasse der damals besuchten Grundschule. In den Jahren danach gern auch mal im Sommer Rad gefahren, man ist ja gern an der frischen Luft und heut ist doch das Wetter auch so schön. Fangen in der Regel mit dem ersten ernsthaften Frühlingswetter an, unkontrolliert und auf höchstem Maße dilettantisch die Straßen zu verkeilen. Diese Euphorie endet meist nach 3-4 Wochen, verebbt bis in den Spätsommer und findet seinen Zenit in den letzten 2 Biergartenwochen. Was diese Gruppe noch auszeichnet: Wildes unangekündigtes Abbiegen; an roten Ampeln nicht vom Rad absteigen wollen – durch die Schwerkraft und fehlende “Stillstand-Sitzen-bleiben”-Übung aber seitlich fallend dazu gezwungen werdend; an Ampeln an allen stehenden und parkenden Autos eng vorbei schlenkern – fehlende Übung macht das gerade Fahren in langsamen Tempo zu einer wahren Herausforderung – und damit den jeweiligen Autobesitzer in bedenkliche Herz/Kreislaufschwierigkeiten zu bringen; zu viel Gepäck auf zu kleinen Fahrradkörben transportieren; in der rechten Hand ne Kippe und in der Linken das Handy haltend noch mal unangekündigt die Fahrtrichtung wechseln, da sich der Zielbiergarten geändert hat; und zu guter Letzt diesen kompletten Witz an menschlichem Aktivismus als Fahrradfahren zu bezeichnen. Unverbesserlich.
Vielleicht schreibe ich in den nächsten Tagen über die Innenstadt-Subkulturbewegung “Die Beachcruiser”… Da gibt’s auch genug zu sagen.
Am 7. Februar 2010 um 10:14 Uhr
Die Kombination Mountainbike und T-Mobile Trikot findest du nicht mal an der Isar….